Mann hilft Partnerin während der Wehen

Geburt im Geburtshaus

Rund um das Thema Geburt im Geburtshaus gibt es viele Fragen, Vorurteile und Unsicherheiten, daher ist es uns ein wichtiges Anliegen aufzuklären.

Was bedeutet es, in einem Geburtshaus zu gebären? Wer ist hier richtig aufgehoben? Und was macht diese Form besonders?

Wir setzen uns dafür ein, dass jede Frau* das Recht hat, frei und informiert zu entscheiden, wo und wie sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte. Deshalb möchten wir auf dieser Seite einen Einblick in unsere Arbeit geben und die wichtigsten Fragen klären. Wir zeigen dir, was ein Geburtshaus ist, wie die Anmeldung funktioniert, was dich während der Schwangerschaft erwartet und wie die Geburt bei uns abläuft.

Wenn du noch mehr über das Geburtshaus erfahren möchtest, laden wir dich herzlich zu einem unserer Infoabende ein. Hier stellen wir uns, unser Geburtshaus und unsere Arbeitsweise vor. Wir informieren über das gesamte Angebot rund um Schwangerschaft, außerklinischer Geburtsbetreuung und Zeit mit dem Kind.  Der Infoabend findet am letzten Donnerstag im Monat von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr vor Ort im Geburtshaus statt. Anmeldung hier. Es empfiehlt sich, so früh wie möglich in der Schwangerschaft den Infoabend zu besuchen, da die Plätze für eine Geburtsanmeldung begrenzt sind.

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Ein Geburtshaus ist eine hebammengeleitete Einrichtung außerhalb der Klinik, in der Schwangere mit gesundem Schwangerschaftsverlauf ihre Kinder in entspannter, persönlicher Atmosphäre zur Welt bringen können. Die Geburt wird als natürlicher Prozess mit professioneller Betreuung begleitet.

Geburtshaus, Klinik oder Hausgeburt: Was ist der Unterschied?

Geburten im Geburtshaus unterscheiden sich insbesondere in Bezug auf die Betreuung, der Umgebung und dem Umgang mit medizinischen Maßnahmen von Klinikgeburten und Hausgeburten.

Im Vergleich zur Klinik:

Im Geburtshaus werden Geburten ausschließlich von Hebammen begleitet. Die Betreuung ist kontinuierlich, persönlich und auf eine vertrauensvolle Atmosphäre ausgerichtet. Der Fokus liegt auf einem interventionsarmen, natürlichen Geburtsverlauf, weshalb keine starken Schmerzmittel zur Verfügung stehen. Sollte eine medizinische Indikation vorliegen, wird eine koordinierte Verlegung begleitet durch die betreuende Hebamme in eine kooperierende Klinik eingeleitet.

Im Vergleich zur Hausgeburt:

Das Geburtshaus bietet eine außerklinische Geburt in einer dafür speziell eingerichteten Umgebung. Anders als bei der Hausgeburt findet die Geburt hier in Räumen statt, die sowohl eine wohnliche Atmosphäre als auch eine geburtsspezifische Ausstattung bieten. Gleichzeitig besteht eine klare Struktur im Umgang mit Notfallsituationen und Transfers.

Was zeichnet eine Geburt im Geburtshaus aus?

  • Persönliche Betreuung: Durch die durchgehende 1:1-Begleitung durch eine vertraute Hebamme entsteht eine besondere Verbindung – ein wichtiger Faktor für das Sicherheitsgefühl und den Geburtsverlauf.
  • Vertraute Umgebung: Die Räume im Geburtshaus sind bewusst so gestaltet, dass sie Ruhe, Geborgenheit und Bewegungsspielraum bieten – fernab von der Hektik des Klinikalltags.
  • Weniger Eingriffe: Die Geburt wird als natürlicher Prozess begleitet. Untersuchungen zeigen, dass es unter kontinuierlicher Hebammenbegleitung zu weniger Interventionen und seltener zu Komplikationen kommt.
  • Familiäre Atmosphäre: Es erwartet dich ein geschützter Raum, in dem deine Bedürfnisse ernst genommen werden.
  • Selbstbestimmung: Die werdende Mutter steht im Zentrum – mit ihrem Tempo, ihren Entscheidungen und ihrer Körperwahrnehmung.
  • Hohe Zufriedenheit: Viele Frauen berichten von einem gestärkten Vertrauen in sich selbst und erleben die Geburt als selbstwirksam und stärkend.
  • Rund-um-Betreuung: Unser Team ist jederzeit ansprechbar – vor, während und nach der Geburt.

Wer arbeitet im Geburtshaus Hamburg?

Das Geburtshaus Hamburg wird von freiberuflichen Hebammen als Partnerschaftsgesellschaft unter dem Namen „Geburtshaus Hamburg „Tide“ Hebammen & Partnerinnen“ geführt. Insgesamt arbeiten hier 21 Hebammen, davon sind 10 Hebammen in der Geburtshilfe tätig. Um eine individuelle Schwangerschafts- und Geburtsbegleitung sicher zu stellen, bilden wir zwei Hebammen-Teams. Vom ersten Termin bis nach der Geburt betreut eines der beiden Teams die (werdenden) Eltern. Lerne hier unser Team kennen

Ist eine Geburt hier sicher?

Ja – die Sicherheit wird durch klare Vorgaben und unserer umfassenden Betreuung sichergestellt.

Im Geburtshaus Hamburg betreuen wir ausschließlich Frauen mit einem unauffälligen Schwangerschaftsverlauf. Bereits bei der Anmeldung prüfen wir gemeinsam, ob eine Geburt im Geburtshaus medizinisch möglich und persönlich passend ist. Um Mutter und Kind größtmögliche Sicherheit zu geben, erfolgen während der Schwangerschaft gründliche und sorgfältige Beobachtungen von beiden, bei denen wir genau hinschauen, ob alles im grünen Bereich bleibt – medizinisch wie auch persönlich. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, findet die Geburt bei uns statt. In ausführlichen Gesprächen klären wir detailliert über Möglichkeiten und Grenzen der Geburt im Geburtshaus auf. Diese Gespräche sind die grundlegende Voraussetzung für eine informierte Entscheidung zur Wahl des Geburtsortes.

Die durchgehende persönliche Betreuung während der Geburt stellt einen zentralen Sicherheitsfaktor dar.

Zur Geburt sind zwei erfahrene und gut ausgebildete Hebammen anwesend, die dich durchgehend betreuen und frühzeitig erkennen, wenn der Geburtsverlauf von der Norm abweicht. Mit Wissen und Erfahrung können wir auftretende Situationsveränderungen einschätzen und entsprechend handeln. Bei normalem Verlauf von Schwangerschaft und Geburt sind im Geburtshaus keine Ärzte involviert. Sollten Komplikationen auftreten, erfolgt eine Verlegung in eine Geburtsklinik, in Begleitung der vertrauten Person und der betreuenden Hebamme. Dort erfolgt eine Übergabe an die Klinikhebamme und das Ärzteteam. Verlegungen geschehen in der Regel in aller Ruhe, in eine Klinik, die von den Eltern ausgewählt wird.

Unser Qualitätsmanagementsystem schafft ein Fundament für sicheres Arbeiten, Transparenz und effektives Risikomanagement. Es bietet die Grundlage für die Planung von Fortbildungen und stellt Checklisten bereit. Die Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe (QUAG e.V.) dokumentiert und veröffentlicht Zahlen und Fakten zur außerklinischen Geburt in Deutschland. Das Geburtshaus Hamburg beteiligt sich durch die Weitergabe eigener Daten an der Statistik. Diese Daten zeigen, dass außerklinische Geburten bei entsprechender Auswahl und Betreuung vergleichbare Sicherheit bieten wie Klinikgeburten – bei gleichzeitig geringerer medizinischer Intervention.

92 % der Frauen, die bei uns geboren haben, berichten: „Die Atmosphäre im Geburtshaus hat mir ein Gefühl von Sicherheit gegeben.“

Eine sichere Geburt ist sowohl durch medizinische Voraussetzungen als auch durch eine vertrauensvolle Betreuung möglich. Das Geburtshaus bietet hierfür einen passenden Rahmen.

Weitere Informationen findest du hier: QUAG – Gesellschaft für Qualität in der außerklinischen Geburtshilfe e.V.

Für wen ist das Geburtshaus geeignet?

Unser Geburtshaus ist für gesunde Frauen mit unauffälliger Schwangerschaft geeignet. Es gibt medizinische Gründe (z. B. Mehrlingsschwangerschaft, Bluthochdruck und andere bestimmte Vorerkrankungen), bei denen eine außerklinische Geburt nicht empfohlen wird. Diese Ausschlusskriterien klären wir transparent im ersten persönlichen Gespräch.

Wie läuft die Anmeldung ab?

Wir empfehlen, sich möglichst frühzeitig, idealerweise vor der 16. Schwangerschaftswoche, für eine Geburt im Geburtshaus Hamburg anzumelden. Je früher, desto besser – die Betreuung beginnt bereits ab einem positiven Schwangerschaftstest. Auch wenn du später in der Schwangerschaft Interesse an einer außerklinischen Geburt hast, kannst du dich noch anmelden.

So funktioniert die Anmeldung:
  1. Anmeldeformular online ausfüllen

  2. Platzbestätigung: Nach Eingang deiner Anmeldung setzen wir uns mit dir in Verbindung, um dir mitzuteilen, ob du einen Platz auf unserer Geburtenliste oder auf der Warteliste erhalten hast.

  3. Kapazitäten: Wir betreuen im Monat eine bestimmte Anzahl an Eltern. Wenn diese Anzahl erreicht ist, schließen wir die Geburtenliste und eröffnen eine Warteliste.

  4. Warteliste: Sobald auf der Geburtenliste Plätze frei werden, melden sich unsere Hebammen bei den Schwangeren auf der Warteliste.

  5. Kennenlerngespräch: Nachdem du einen Platz auf der Geburtenliste erhalten hast, vereinbaren wir ein Kennenlerngespräch, um dich und deine Wünsche im Detail zu besprechen.

Bitte beachte, dass die Anmeldung nicht nur eine rechtzeitige Planung der Betreuung ermöglicht, sondern auch die Grundlage für eine individuelle und vertrauensvolle Begleitung während der Schwangerschaft und Geburt ist.

Kosten

Die meisten Leistungen rund um Schwangerschaft und Geburt werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies umfasst die Hebammenleistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Beratung, Unterstützung bei Wehen und Schwangerschaftsbeschwerden, Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe, Betreuung im Wochenbett, Rückbildungsgymnastik sowie Hilfe bei Still- und Ernährungsfragen.

Für die Rufbereitschaft der Hebammen erheben wir eine Pauschale, die in der Regel selbst zu tragen ist bzw. von den meisten Krankenkassen bezuschusst wird. Diese Pauschale beträgt mindestens 800 €, wobei der restliche Betrag nach unserem Solidaritätsprinzip mit Selbsteinschätzung geregelt wird.

Welche Termine gibt es?

Wenn ihr einen Platz auf der Geburtenliste des Geburtshauses erhalten habt, vereinbaren wir einen ersten Termin mit einer Team-Hebamme. Bei diesem Anmeldegespräch erfassen wir eure medizinischen Daten, besprechen die aktuelle Schwangerschaft, frühere Geburten und die allgemeine Gesundheitsgeschichte. Gemeinsam klären wir, ob es Gründe gibt, die gegen eine Geburt im Geburtshaus sprechen.

Während der Schwangerschaft bieten wir eine ganzheitliche Betreuung, die durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, Beratungsgespräche und Körperarbeit unterstützt wird. Diese finden in einem vertrauensvollen Wechsel zwischen der Hebamme, der betreuenden Ärztin oder dem Arzt sowie der Wochenbetthebamme statt.

Die wichtigsten Termine sind:
  1. Anmeldegespräch (10.–12. Woche): Kennenlernen und Anamnese

  2. Informationsgespräch (ca. 28. Woche): Details zu den Voraussetzungen einer Geburt im Geburtshaus und den Prophylaxen für das Neugeborene

  3. Gespräch zu Möglichkeiten und Grenzen (ca. 30. Woche): Besprechung von Besonderheiten während einer Geburt und dem Ablauf einer Verlegung

  4. Geburtsgespräch (ca. 32. Woche): Detaillierte Planung der Geburt und der Versorgung

Wir begleiten euch während der gesamten Schwangerschaft, fördern Gesundheit und Wohlbefinden und sorgen für eine sichere und vertrauensvolle Atmosphäre. Alle Vorsorgetermine finden mindestens im Wechsel mit der betreuenden Ärztin oder Wochenbetthebamme statt – ganz nach euren Wünschen und Bedürfnissen.

Wer begleitet mich?

Im Geburtshaus Hamburg steht euch ein erfahrenes und engagiertes Hebammenteam zur Seite. Insgesamt sind 10 Hebammen in der Geburtshilfe tätig. Für eine persönliche und kontinuierliche Begleitung arbeiten wir in zwei festen Teams. Vom ersten Termin an bis zur Geburt werdet ihr einem dieser beiden Hebammen-Teams zugeordnet – so entsteht eine vertrauensvolle Beziehung und eine enge Begleitung durch die gesamte Schwangerschaft.

Im Verlauf der Vorsorge lernt ihr nach und nach alle Hebammen eures Teams kennen. So ist sichergestellt, dass euch bei der Geburt vertraute Gesichter begleiten.

Unsere Betreuung ist darauf ausgerichtet, euch mit Fachwissen, Empathie und Kontinuität durch Schwangerschaft und Geburt zu begleiten – in einem sicheren, geborgenen Rahmen.

Welche Kurse gibt es?

Wir bieten verschiedene Kurse an, mehr Informationen gibt es hier.

Wie startet die Geburt?

Ab der 20. Schwangerschaftswoche beginnt die telefonische Rufbereitschaft und wir sind rund um die Uhr für euch erreichbar. Ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche (37+0) dürfen Geburten im Geburtshaus stattfinden. Sobald die Geburt beginnt, nehmt telefonisch Kontakt zu uns auf, dann treffen wir uns im Geburtshaus.

Wer darf mitkommen?

Begleitpersonen sind ausdrücklich willkommen – ob Partner*in, Doula, Freundin oder Mutter. In der familiären Umgebung des Geburtshauses schaffen wir Raum für ein unterstützendes Geburtsumfeld.

Wie kann das Baby geboren werden?

Während der Geburtsarbeit sind die Positionen frei wählbar. Frauen* gebären im Stehen, im Sitzen, auf dem Geburtshocker, in der Gebärwanne oder auch im Liegen. Die vertraute Hebamme unterstützt mit Rat und Tat und nutzt bei Bedarf bewährte Methoden wie Lagerung, Massage, Akupunktur, Komplementärmedizin und andere Methoden zur Förderung des natürlichen Geburtsprozesses. Weitere Unterstützung kommt von Partner*in oder einer anderen nahestehenden Person.

Wann geht man nach Hause?​

Wenn das Baby geboren ist, hat die Familie Zeit für die erste Begegnung. In diesen sensiblen und besonderen Momenten intensivieren Eltern und Kind ihre Bindung. Nach etwa drei bis fünf Stunden haben Mutter und Kind genug Energie gewonnen, um das Geburtshaus zu verlassen.

Wochenbett

Eine gute Begleitung im Wochenbett ist ein wichtiger Teil der außerklinischen Geburt. Deshalb ist es notwendig, bereits frühzeitig eine Wochenbetthebamme in Wohnortnähe zu finden. Die Betreuung durch diese Hebamme erfolgt individuell und muss eigenständig organisiert werden.

Wenn ihr euch zur Geburt im Geburtshaus anmeldet, erhaltet ihr von uns eine Liste mit Kontakten von Hebammen, die Wochenbettbetreuung anbieten. Wir unterstützen euch gern bei der Suche und stehen euch mit Rat und Erfahrung zur Seite.

Kurse

Wir bieten verschiedene Kurse an, mehr Informationen gibt es hier. 

„Ich habe mich sicher gefühlt.“

92 % berichten: „Die Atmosphäre im Geburtshaus hat mir ein Gefühl von Sicherheit gegeben.“

„Die Betreuung hat den Unterschied gemacht.“

91 % sagen: „Die persönliche und intensive Begleitung war ein entscheidender Grund für meine Geburt im Geburtshaus.“

Ich wollte Zeit und Ruhe.“

97 % der Frauen sagen: „Ich habe mich für das Geburtshaus entschieden, weil ich in meinem eigenen Tempo gebären wollte – ohne unnötige Eingriffe.“

„Im Mittelpunkt standen mein Baby und ich.“

94 % empfinden: „Im Geburtshaus liegt der Fokus stärker auf der Frau und dem Baby als im Krankenhaus.“

 

Teilnehmer:innen der anonymen online Umfrage: 249 Personen